Pressemitteilungen
1. Finanzielle Lage der Kommunen in Niederbayern
2. Wirtschaftliche Situation und Stand der Energiewende in Niederbayern
3. Verkehrsinfrastruktur in Niederbayern
1. Finanzielle Lage der Kommunen in Niederbayern
Die im Spitzengespräch am 30. Oktober 2025 zwischen der Staatsregierung und den kommunalen Spitzenverbänden erzielte Einigung zum kommunalen Finanzausgleich 2026 und zur Verteilung des Kommunalanteils am Sondervermögen Infrastruktur ist in herausfordernden Zeiten ein starkes Signal der Unterstützung und Verlässlichkeit an die bayerischen Kommunen. Der kommunale Finanzausgleich steigt im Jahr 2026 um 846 Mio. Euro auf 12,83 Mrd. Euro an. Daneben werden den Kommunen 3,9 Mrd. Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Damit ergibt sich gegenüber 2025 insgesamt ein Plus von 4,7 Mrd. Euro für die bayerischen Kommunen. Die Bayerische Staatsregierung sendet damit ein starkes Signal der Verlässlichkeit und des finanziellen Rückhalts an Bayerns Kommunen.
Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen in Niederbayern hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Bei der Steuerkraft und Umlagekraft je Einwohner hatten die niederbayerischen Kommunen im bayerischen Vergleich in den letzten zwanzig Jahren die zweithöchste Steigerung nach der Oberpfalz. Die Pro-Kopf-Verschuldung der niederbayerischen Kommunen konnte von 2015 bis 2024 sogar leicht reduziert werden und lag zuletzt 24 % unter dem bayerischen Schnitt.
Zur positiven Entwicklung der niederbayerischen Kommunen hat auch die langjährige starke finanzielle Unterstützung durch den Freistaat erheblich beigetragen. Allein von 2020 bis 2024 sind Finanzausgleichsleistungen in Höhe von rd. 5,6 Mrd. Euro nach Niederbayern geflossen – davon in 2024 knapp 1,2 Mrd. Euro. Dies entspricht 11 % der gesamten Finanzausgleichsleistungen bei einem Einwohneranteil von 9,5 %. In 2024 erhielt Niederbayern je Einwohner 914 Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich, 15 % mehr als im
bayerischen Schnitt. Auch in 2026 werden die niederbayerischen Kommunen überproportional von der finanziellen Unterstützung des Freistaats profitieren: Die niederbayerischen Kommunen werden in 2026 Schlüsselzuweisungen in Höhe von insgesamt rund 574 Mio. Euro bzw. 456 Euro je Einwohner erhalten. Damit erhält Niederbayern 21 % mehr als im bayerischen Schnitt je Einwohner. Auch vom kommunalen Investitionsbudget in Höhe von 2 Mrd. Euro, das den bayerischen Kommunen aus den Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, profitiert Niederbayern erheblich. Die niederbayerischen Kommunen können auf rund 211,5 Mio. Euro bzw. auf insgesamt 10,6 % des gesamten Investitionsbudgets zugreifen.
2. Wirtschaftliche Situation und Stand der Energiewende in Niederbayern
Niederbayern zeichnet sich durch eine leistungsstarke Wirtschaftsstruktur aus mit vielen Handwerks- und Handelsbetrieben, High-Tech-Unternehmen, einer nach wie vor starken Landwirtschaft und einem modernen Fremdenverkehr. Fundament ist die Industrie: Fast jeder dritte Arbeitnehmer ist im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Schlüsselbranchen sind die Fahrzeugindustrie, der Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt 2025 mit 4,0 % um 0,3 Prozentpunkte höher als 2024 (die Höhe und Entwicklung entspricht damit dem bayerischen Schnitt), liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Jahresdurchschnitt (6,3 %). Die Staatsregierung unterstützt die Region bei Investitionen – 34 Mio. Euro Regionalfördermittel wurden 2024 an Unternehmen im Regierungsbezirk ausbezahlt.
Innovationen und Zukunftsideen werden unter anderem durch die Technologieförderprogramme BayTP+, BayVFP, im Rahmen der Hightech Agenda sowie über den neuen Transformationsfonds gefördert. Die Staatsregierung fördert das innovationsfreundliche Ökosystem und unterstützt so die Zukunftsfähigkeit des Standorts Niederbayern. So wird Niederbayern weiter zur technologischen Spitzenregion ausgebaut, vor allem in den Bereichen der Biotechnologie und den nachwachsenden Rohstoffen. Zu nennen sind hier etwa der Fraunhofer-Institutsteil BioCat in Straubing, der Verfahren für nachhaltige Rohstoffe und biobasierte Kunststoffe entwickelt; der Circonomy Hub, der die nachhaltige Kohlenstoffwirtschaft in Bayern vorantreibt; das Fraunhofer-Zentrum für nachhaltige Kraftstoffe in Straubing, das den Aufbau von Pilotanlagen und Technikum-Gebäuden zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus CO2 und biogenen Reststoffen unterstützt; das Fraunhofer-Anwendungszentrum in Deggendorf, spezialisiert auf Computertomographie; sowie die geplante Mehrzweck-Demonstrationsanlage in Straubing, die kleinen und mittleren Unternehmen offene Produktionskapazitäten für biotechnologische Produkte bietet. Nicht zuletzt stellt die Staatsregierung den Rahmen für neue Geschäftsmodelle und Start-ups bereit und fördert im Rahmen der Initiative Digitale Gründerzentren LINK in Landshut, ITC1 in Deggendorf, INN.KUBATOR in Passau, GreG Rottal-Inn in Pfarrkirchen und GreG Freyung-Grafenau in Freyung. Das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) im Gebiet des Zweckverbandes Hafen Straubing Sand wird um weitere Büro- und Laborflächen und das Bio Scale-up Center der TUM erweitert.
Die Energiewende in Niederbayern schreitet – wie in ganz Bayern – zügig voran. Es sind bereits Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 6 Gigawatt (GW) in Betrieb. Zudem sind Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von rund 35 Megawatt (MW) in Betrieb. Die installierte Leistung der Biogasanlagen in Niederbayern liegt derzeit bei rund 206 MW. Im Rahmen des Förderprogramms BioWärme Bayern wurden seit Mai 2023 Biomasseheizwerke und zugehörige Wärmenetze mit rund 4,9 Mio. Euro gefördert. So können rechnerisch pro Jahr rund 7.600 Tonnen Kohlendioxidäquivalente eingespart werden.
Das Pumpspeicherkraftwerk Riedl im Landkreis Passau soll in wenigen Jahren fertig gestellt werden. Träger des Projekts ist die Donaukraftwerk Jochenstein AG – ein Unternehmen von VERBUND. Es wird einen Beitrag zur Netzstabilität leisten, insbesondere bei schwankender Stromerzeugung durch Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Mit einer installierten Leistung von 300 MW und einer Speicherkapazität von 3,5 Mio. Kilowattstunden wird das Pumpspeicherkraftwerk zu einem zentralen Baustein beim Umbau der Energieversorgung.
3. Verkehrsinfrastruktur in Niederbayern
Niederbayern kommt in Bayern verkehrlich eine wichtige Transitfunktion in die östlichen Nachbarstaaten zu, insbesondere Richtung Oberösterreich.
Straßeninfrastruktur
Neben den Verkehrsknoten Landshut, Passau, Straubing, Dingolfing und Deggendorf/Plattling ist ein Großteil Niederbayerns ländlich geprägt. Auch in Zukunft werden Autos und Lkw die wesentlichen Verkehrsmittel sein. Investitionen in die Erhaltung und den Ausbau der Straßeninfrastruktur werden deshalb weiter von entscheidender Bedeutung sein.
Die Autobahn GmbH des Bundes ist für Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen zuständig. In den kommenden Jahren stehen wichtige Projekte zur Umsetzung an. Die A 3 wird zwischen Deggendorf und Hengersberg sechsstreifig ausgebaut, inklusive neuer Donaubrücken. Anfang Dezember 2025 hat der Bund dafür die Baufreigabe erteilt. Bereits seit 2017 läuft die Fahrbahnerneuerung der A 92 zwischen dem Flughafen München und Dingolfing-Ost. 30 der insgesamt 75 Kilometer sind bereits fertiggestellt, derzeit laufen die Vorarbeiten für den Abschnitt Landshut bis Dingolfing-Ost. Auf der A 93 wurde die Fahrbahn zwischen Saalhaupt und Regensburg erneuert, im kommenden Jahr folgt der Abschnitt Saalhaupt bis Abensberg. Auf der A 94 sind zwischen München und der A 3 110 von 150 Kilometern bereits in Betrieb. Bis 2027 soll der Abschnitt Kirchham – Pocking mit der Anbindung an die A 3 über das neue Autobahnkreuz Rottal fertig sein. Für den Abschnitt Marktl bis Simbach-West wird der Planfeststellungsbeschluss für 2026 erwartet.
Die Staatlichen Bauämter Passau und Landshut betreuen über 800 Kilometer Bundesstraßen, mehr als 2.000 Kilometer Staatsstraßen und rund 150 Kilometer Kreisstraßen. Von 2021 bis 2025 wurden in Niederbayern rund 400 Mio. Euro in Bundesstraßen und gut 280 Mio. Euro in Staatsstraßen investiert. In nächster Zeit stehen weitere Projekte an. So soll noch heuer das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Straßkirchen (B 8) eingeleitet werden. Für die Ostumfahrung Landshut, die B 15neu, läuft die Planung, genauso wie für den vierstreifigen Ausbau der B 20 zwischen Straubing und Aiterhofen. Bestandteil dieser Planung ist auch eine zweite Donaubrücke bei Straubing. Für die Ortsumgehung Weihmichl (B 299) soll dieses Jahr das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden. Nach der Baufreigabe durch den Bund kann heuer auch noch die Verlegung der B 11 bei Schweinhütt beginnen, die Ortsumgehung Auerbach ist bereits in Bau. Für mehrere weitere Ortsumgehungen im Zuge von Staatsstraßen (Egglham, Geiselhöring – Hirschling) laufen die Planfeststellungsverfahren.
Auch die Infrastruktur für den Radverkehr wird kontinuierlich ausgebaut, ergänzt und verbessert. An den niederbayerischen Bundes- und Staatsstraßen gibt es insgesamt 83 Projekte mit insgesamt 176 Kilometern neuen Radwegen. Einige davon sind bereits fertig, andere in Bau: etwa an der B 299 bei Siegenburg, der St 2231 bei Riedenburg, entlang der B 8 bei Osterhofen oder in der Ortsdurchfahrt Straßkirchen (St 2325).
Schieneninfrastruktur
Um die Anbindung Niederbayerns auf der Schiene zu verbessern, stehen mehrere Projekte an, etwa die Elektrifizierung der Strecken Landshut – Mühldorf und Mühldorf – Simbach, außerdem der Ausbau der Strecke Landshut – Plattling. Gemäß Grundgesetz ist der Bund bzw. die Deutsche Bahn für Ausbau und Erhalt der Schieneninfrastruktur zuständig. Der Freistaat setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass die Maßnahmen ohne Verzögerung durchgeführt werden.
Das gilt im Besonderen für die Generalsanierung der Korridore Nürnberg – Regensburg und Obertraubling – Passau, die in diesem Jahr geplant sind. Da sich beide Sanierungen vier Wochen lang überschneiden, hat der Freistaat mit der DB InfraGO, den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Kommunen ein sehr umfangreiches Ersatzkonzept abgestimmt. Insgesamt sind dafür 14 Mio. Buskilometer vorgesehen. Die Kosten dafür teilen sich Freistaat und Bund, die Zugverstärkungen auf den Ausweichstrecken finanziert der Freistaat allein.
Darüber hinaus engagiert sich der Freistaat Bayern im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten freiwillig, um Infrastrukturprojekte des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) voranzutreiben. Dazu gehören etwa Ausbaumaßnahmen zwischen Landshut und Plattling, ein neuer Begegnungsbahnhof auf der Rottalbahn zwischen Mühldorf und Passau, die Umstellung des Netzes „Bayerwald“ auf Akku-Züge und der Ausbau der Gäubodenbahn von Neufahrn über Straubing nach Bogen.
Ein besonderes Anliegen ist der Staatsregierung der barrierefreie Ausbau von Bahnstationen. Der Freistaat verstetigt deswegen sein freiwilliges Engagement durch das Aktionsprogramm für barrierefreie Stationen. Gut die Hälfte der Fahrgäste in Niederbayern können bereits barrierefrei ein- und aussteigen, derzeit laufen 16 weitere Projekte. Im Rahmen der Korridorsanierung werden die Stationen Osterhofen, Plattling, Radldorf und Straßkirchen umgebaut. In den nächsten Jahren wird die Deutsche Bahn weitere Stationen barrierefrei ausbauen, etwa Abensberg, Frauenau, Geiselhöring, Karpfham, Niederlindenhart und Pfarrkirchen.
Öffentlicher Personennahverkehr
Der Freistaat unterstützt die kreisfreien Städte und die Landkreise mit einem Förderprogramm dabei, leistungsfähige Verkehrs- und Tarifverbünde aus Bus und Bahn zu gründen oder solchen beizutreten. Die Stadt und der Landkreis Landshut sind zum 1. Januar 2026 dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund beigetreten. Der Freistaat stellt der Stadt und dem Landkreis Landshut Fördermittel in Höhe von 5,8 Mio. Euro für die beim Verbundbeitritt anfallenden einmaligen Investitionskosten und dauerhaften Kosten im SPNV zur Verfügung. Der Landkreis Straubing-Bogen und die Stadt Straubing streben einen Beitritt zum Regensburger Verkehrsverbund an. Die Landkreise Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Rottal-Inn sowie die Stadt Passau lassen eine mögliche Verbundgründung ”Donau-Wald“ untersuchen. Zudem werden die Landkreise und kreisfreien Städte mit einem Förderprogramm speziell bei der Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum unterstützt. In Niederbayern lag die Fördersumme 2025 bei 3,3 Mio. Euro. Für den Schülerverkehr im allgemeinen ÖPNV stellte der Freistaat den kommunalen Aufgabenträgern in Niederbayern Hilfen für den Ausbildungsverkehr in Höhe von 13,3 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen der ÖPNV-Zuweisungen sind im Jahr 2025 Finanzhilfen an die Aufgabenträger in Niederbayern in Höhe von 6,1 Mio. Euro geflossen.
Mit Blick auf die Umstellung der Busflotte auf klimafreundliche Antriebe wurden 2025 die Verkehrsunternehmen im Raum Niederbayern mit rund 2,9 Mio. Euro unterstützt.
Wasserstraßen und Häfen
Die Bundeswasserstraße Donau hat eine sehr große Bedeutung für die regionale und überregionale Transportlogistik. Die Donau ist bis auf den Abschnitt Straubing – Vilshofen so ausgebaut, dass sie nahezu ganzjährig genutzt und befahren werden kann. Im Abschnitt Straubing – Vilshofen gibt es immer wieder Einschränkungen für die Schifffahrt aufgrund der wechselnden Wasserstände mit dann geringerer Abladetiefe. Seit 2019 liegt der Planfeststellungsbeschluss für den Donauausbau zwischen Straubing und Deggendorf vor. Die rund neun Kilometer lange Westanbindung des Hafens Straubing-Sand ist seit Ende 2023 fertig und freigegeben. Die Arbeiten für den Abschnitt zwischen Schwarzach- und Isarmündung laufen seit Oktober 2025. Parallel wurde der Hochwasserschutz ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2026 ist mit dem Planfeststellungsbeschluss für den Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen zu rechnen. Arbeiten an zwei Hochwasserschutzmaßnahmen in Niederaltaich und auf der anderen Uferseite der Hengersberger Ohe laufen bereits. Der Freistaat Bayern beteiligt sich im Jahr 2026 mit rund 10 Mio. Euro am Ausbau der Wasserstraße.
Auch der Bedarf an Großraum- und Schwertransporten wächst kontinuierlich. Die geplanten Schwerlastterminals ermöglichen die Verlagerung von Schwertransporten von der Straße auf die Binnenschifffahrt. Damit leistet die Wasserstraße einen unersetzlichen Beitrag, gerade auch für besonders schwere Güter. Der Freistaat fördert deswegen den Ausbau der Häfen Straubing-Sand (4,5 Mio. Euro) und den Donauhafen Deggendorf (715.000 Euro).
4. Wissenschaftsregion Niederbayern: Starke angewandte Hochschulen und gelebter Transfer in der Fläche / TH Deggendorf als Innovationsanker mit internationalem Profil / Medizincampus Niederbayern stärkt Versorgung und Ausbildung im ländlichen Raum / Wichtiger Beitrag zur Hightech Agenda Bayern und zur Zukunftsfähigkeit des Freistaats
Mit rund 25.000 Studierenden im Wintersemester 2025/2026 ist Niederbayern eine der großen Hochschulregionen im ländlichen Raum Bayerns. Hochschulen, Forschungsinitiativen und Transferstrukturen wirken hier direkt in Wirtschaft, Kommunen und Gesellschaft hinein. Die Wissenschaftslandschaft der Region zeigt beispielhaft, wie Innovation in der Fläche entsteht und zur gleichwertigen Entwicklung des Freistaats beiträgt.
Angewandte Hochschulen als Rückgrat der Wissenschaftsregion
Die Technische Hochschule Deggendorf ist der zentrale Innovationsanker Niederbayerns und zählt zu den dynamischsten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern. Klare Schwerpunkte in Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Gesundheitswissenschaften und Nachhaltigkeit prägen ihr Profil. Mit 85 Bachelor- und Masterstudiengängen bietet die Hochschule ein besonders breites Studienangebot. Der European Campus Rottal-Inn ist ein internationales Alleinstellungsmerkmal, das weit über die Region hinausstrahlt. Drei Promotionszentren stärken die forschungsnahe Qualifizierung und die wissenschaftliche Tiefe am Standort.
Die Hochschule Landshut ergänzt die Region mit einem breiten Studienangebot in Technik, Wirtschaft und Sozialem. Insgesamt werden 57 Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Starke Profile in Gesundheits- und Medienkompetenz sowie der neue Architekturstudiengang ab dem Wintersemester 2025/2026 setzen wichtige Akzente für Niederbayern. Der internationale Campus in Dingolfing unterstreicht die zentrale Bedeutung der Hochschule für Fachkräftesicherung und regionale Entwicklung.
Universitäre Angebote mit klarem Profil
Die Universität Passau ergänzt die niederbayerische Hochschullandschaft mit einem universitären Profil und hoher internationaler Sichtbarkeit. Im Times Higher Education World University Ranking gehört sie zu den 30 Prozent der besten Universitäten weltweit. Stärken in Informatik, Künstlicher Intelligenz sowie in der Gesellschafts- und Demokratieforschung prägen den Standort. Internationale Studienangebote und europäische Kooperationen stärken die Vernetzung. Das Internationale Wissenschaftszentrum ist Teil der strategischen Weiterentwicklung im Rahmen der Hightech Agenda Bayern.
Campus Straubing: Zukunftsort für Nachhaltigkeit und Bioökonomie
Der Campus Straubing der Technischen Universität München ist ein herausragender Wachstumstreiber für Biotechnologie und Nachhaltigkeit in Niederbayern. Der Standort entwickelt sich deutlich dynamischer als ursprünglich geplant: Bereits 2024 studierten dort 1.285 Studierende – und damit weit mehr als die ursprünglich vorgesehenen 1.000. Seit 2018 hat sich die Zahl der Studierenden damit sogar mehr als verfünffacht.
Medizincampus Niederbayern: Wissenschaft mit direkter Wirkung
Mit dem Medizincampus Niederbayern wird die Wissenschaftsregion um ein zentrales Zukunftsthema erweitert. Der neue Studiengang Humanmedizin ist im Wintersemester 2024/2025 gestartet und wird an den Standorten Deggendorf, Landshut, Passau und Straubing umgesetzt. Pro Jahr werden rund 110 Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufgenommen; perspektivisch ist der Ausbau auf bis zu 600 Studienplätze vorgesehen. Ziel ist es, akademische Ausbildung und regionale Praxis eng zu verzahnen und die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu stärken. Für den weiteren Ausbau des Medizincampus Niederbayern sind im Doppelhaushalt 2026/2027 zudem 31 neue Stellen vorgesehen.
Transfer und Innovation in der Fläche
Niederbayern ist die Geburtsregion der bayerischen Technologietransferzentren (TTZ). Heute sind dort bereits 14 TTZ angesiedelt. Das dichte Netzwerk aus TTZ ermöglicht einen schnellen und wirksamen Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis. Hochschulen, Mittelstand und Kommunen arbeiten hier eng zusammen, um Innovationen direkt vor Ort umzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.
Hightech Agenda Bayern als strategisches Dach
Die wissenschaftliche Entwicklung Niederbayerns ist eng eingebettet in die Hightech Agenda Bayern. Der Ausbau von Professuren, Forschungsinfrastruktur und innovativen Studienangeboten stärkt Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheitswissenschaften in der Region. Wissenschaft wird so zu einem zentralen Motor für Innovation, Fachkräftesicherung und gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Freistaat. Mit starken Hochschulen, klaren Profilen in angewandter Forschung, einem leistungsfähigen Transfernetzwerk und zukunftsweisenden Initiativen wie dem Medizincampus Niederbayern leistet die Region einen kraftvollen Beitrag zur Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Bayerns.
5. Niederbayern besticht durch Kultureinrichtungen mit einem erstklassigen Angebot und großer Vielfalt von Theatern und Museen über Festivals bis zum UNESCO Welterbe / Landesausstellung „Musik in Bayern“ als ein besonderer kultureller Höhepunkt 2026
Erstklassige kulturelle Angebote zwischen Donau, Inn und Bayerischem Wald: Niederbayern überzeugt mit einem dichten und vielfältigen kulturellen Angebot, das weit über die Region hinausstrahlt. Neben den staatlichen Kultureinrichtungen prägt vor allem ein dynamischer und facettenreicher nichtstaatlicher Kulturbereich das Leben in der Region.
Gerade das musikalische Angebot in Niederbayern besticht durch ein vielfältiges Repertoire, erstklassige Darbietungen und einzigartige Spielorte: Musikalische Höhepunkte sind etwa die Festspiele Europäische Wochen Passau, das „Musikfest Niederbayern – ein schöner Land“ der Sinfonietta Essenbach, das Young Classic Europe in Passau oder das Internationale Musikfestival Bluval in Straubing. Überregional von hoher künstlerischer Bedeutung sind zudem die alle zwei Jahre stattfindenden Landshuter Hofmusiktage. Dazu kommt ein leistungsstarkes Musikschulangebot sowie die fest im gesellschaftlichen Leben verwurzelte lebendige Laienmusikszene. An diese breite und leistungsfähige Musiklandschaft knüpft die Landesausstellung „Musik in Bayern“ an, die vom 25. April bis 8. November 2026 in Freyung stattfindet, und einen besonderen kulturellen Höhepunkt in diesem Jahr bildet. Freyung bietet dafür ideale Voraussetzungen: Im letzten Jahr wurde die Stadt vom Deutschen Musikrat als „Landmusikort für herausragende Musikkultur im ländlichen Raum“ ausgezeichnet. Das Haus der Bayerischen Geschichte präsentiert dort eine beeindruckende musikalische Entdeckungsreise durch die Vielfalt der bayerischen Musikgeschichte, von Orlando di Lasso bis LaBrassBanda. In die Ausstellung wird mit einer klanggewaltigen Filmgeschichte eingeführt, welche aus der Feder des renommierten Drehbuchautors Christian Lex aus Eggenfelden stammt. Als erste Bayerische Landesausstellung bietet „Musik in Bayern“ an 199 Ausstellungstagen ein tägliches Live-Musikprogramm. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Angebot für Kinder, Jugendliche und Schulen.
Ferner schafft eine lebendige Museumslandschaft Begegnungs- und Erlebnisorte, vermittelt Wissen und bewahrt das historische Gedächtnis der Region. Deren Spektrum reicht vom staatlichen Glasmuseum Frauenau im Landkreis Regen – einem der wichtigsten europäischen Zentren der internationalen Studioglasbewegung – über das Bayerische Donauland-Museum im Schloss Obernzell sowie die Kunst- und Wunderkammer auf der Landshuter Burg Trausnitz – beides bedeutsame Zweigmuseen des Bayerischen Nationalmuseums in München – bis hin zum nichtstaatlichen Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau.
In Niederbayerns Theaterlandschaft sind drei bedeutende Theater beheimatet, die hohe künstlerische Qualität und eine beeindruckende Vielfalt vereinen: Das Landestheater Niederbayern bespielt als größtes nichtstaatliches Theater der Region mit seinem breiten Repertoire von Oper und Operette über Schauspiel, Musical und Konzerte die drei Spielstätten Landshut, Passau und Straubing. Das Theater an der Rott und die Kammerspiele Landshut bereichern mit ihren Produktionen das kulturelle Leben im ländlichen Raum und setzen wichtige Akzente in der niederbayerischen Theaterlandschaft.
Im Regierungsbezirk befindet sich zudem mit der Staatlichen Bibliothek Passau eine der ältesten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands in öffentlicher Trägerschaft. Das Staatsarchiv Landshut bildet das historische Fundament des Regierungsbezirks Niederbayern und ist für Wissenschaft, Familien- und Heimatforschung von unschätzbarem Wert.
Die Unterstützung von Denkmaleigentümern beim Erhalt ihrer Objekte stellt auch in Niederbayern einen Schwerpunkt der Denkmalpflege dar. In den Jahren 2020 bis 2025 wurden rund 18,7 Mio. Euro allein im Bereich des Entschädigungsfonds zur Verfügung gestellt. Seit dem Jahr 2021 ist in Niederbayern mit dem transnationalen Welterbe „Donaulimes – westlicher Abschnitt“ eine UNESCO-Weltkulturerbestätte offiziell anerkannt. Sie zeigt das ausgewogene und komplexe Verteidigungssystem des Römischen Reichs an der Donau.
6. Tourismus bleibt zentraler Wirtschaftsmotor in Niederbayern / Gesundheitstourismus und Thermenland als starke Säulen / Freistaat investiert gezielt in Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung / Positive Impulse durch Förderprogramme und grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Der Tourismus ist auch in Niederbayern ein zentraler Wirtschaftsfaktor und leistet einen wesentlichen Beitrag zu Wertschöpfung, zu Beschäftigung und zur regionalen Entwicklung. Im Jahr 2024 erzielte die Branche einen Bruttoumsatz von rund 3,15 Mrd. Euro und eine Netto-Wertschöpfung von 1,55 Mrd. Euro. Neben dem Übernachtungstourismus tragen insbesondere rund 41 Mio. Tagesreisen maßgeblich zur wirtschaftlichen Bedeutung der Branche bei. Niederbayern profitiert von seiner landschaftlichen Vielfalt, attraktiven Städten und einer starken kulturellen Identität. Der Bayerische Wald, das Donautal wie auch das Bayerische Thermenland zählen zu den wichtigsten touristischen Regionen. Trotz leicht rückläufiger Übernachtungszahlen im Jahr 2024 zeigt die Entwicklung 2025 wieder nach oben, insbesondere im Bayerischen Wald. Die Region weist zudem mit 3,6 Tagen (im Jahr 2024) die höchste durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller bayerischen Regierungsbezirke auf.
Eine der tragenden Säulen ist der Gesundheitstourismus. Die fünf Kur- und Heilbäder im Bayerischen Thermenland vereinen rund ein Viertel aller Ankünfte und mehr als ein Drittel der Übernachtungen in Niederbayern. Gleichzeitig stehen die Kurorte vor großen Investitionsherausforderungen, insbesondere beim Instandhalten und beim energetischen Sanieren. Ziel bleibt das langfristige Sichern leistungsfähiger, öffentlicher Gesundheitsangebote.
Die Bayerische Staatsregierung unterstützt die touristische Entwicklung in Niederbayern mit einer Vielzahl an Förderprogrammen: Seit 2015 wurden allein über die RÖFE rund 16,6 Mio. Euro bewilligt, ergänzt durch LEADER-, EFRE- und Seilbahnförderung. Weitere Schwerpunkte liegen auf Digitalisierung, nachhaltiger Tourismusentwicklung, Tourismusforschung sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Tschechien und Österreich. Damit stärkt Bayern die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Niederbayern nachhaltig.
7. Ernährungssouveränität als Pfeiler staatlicher Krisenvorsorge stärken / Agrarexporte strategisch neu ausrichten und Bayerns Märkte sichern / Digitalisierung treibt Effizienz und Innovation in der Landwirtschaft voran / Die digitale Transformation stärkt die Zukunftsfähigkeit ländlicher Kommunen
Die Ernährungssouveränität zu sichern ist eine zentrale Voraussetzung für staatliche Resilienz. Gerade in Krisen- und Notlagen muss die dauerhafte und verlässliche Versorgung der Bevölkerung und der Streitkräfte mit Lebensmitteln gewährleistet sein. Dafür braucht es eine leistungsfähige Landwirtschaft, eine angemessen ausgestattete Gemeinsame EU-Agrarpolitik ab der neuen Förderperiode 2028 sowie funktionierende Konzepte der Ernährungsnotfallvorsorge. Effizient abgestimmte Krisenstrukturen zwischen Bund, Ländern, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Handel bilden hierfür die Grundlage.
Gleichzeitig gewinnt eine strategisch ausgerichtete Agrarexportpolitik weiter an Bedeutung. Angesichts zunehmender Handelshemmnisse und eines verschärften internationalen Wettbewerbs sind neue Drittlandsmärkte – insbesondere für tierische Erzeugnisse – entscheidend. Bayern flankiert die Aktivitäten des Bundes mit gezielten Maßnahmen auf für den Freistaat besonders relevanten Märkten und stärkt dabei konsequent die Marke Bayern.
Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Treiber für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Sie stärkt Ökonomie und Ökologie und hilft, beide Bereiche zu verbinden. Der Einsatz digitaler Technologien wie GPS-Lenksysteme und Drohnen nimmt deutlich zu. Mit Förderprogrammen, Kompetenznetzwerken, digitalen Antragsverfahren und dem Aufbau sicherer Agrardatennetze nimmt Bayern bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Begleitend werden zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte zu KI-Anwendungen, Feldrobotik und ressourcenschonender Bewirtschaftung unterstützt.
Auch für den ländlichen Raum eröffnet die digitale Transformation große Chancen. Der Freistaat unterstützt insbesondere kleine Kommunen dabei, digitale Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Über Modellkommunen, Leitfäden und bestehende Netzwerke der Ländlichen Entwicklung und von LEADER werden passgenaue Lösungen gefördert. Ziel ist es, regionale Wertschöpfung zu sichern, Standortnachteile auszugleichen und die Lebensqualität im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.
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Bericht aus der Kabinettssitzung vom 3. Februar 2026( PDF 190.92 Kb)
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