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Schloss Neuschwanstein. Bild: Kilian Schönberger

Bayerns Präsidentschaft in der EU-Alpenraumstrategie 2026

Bayern und der Alpenraum: „Im Herzen der Alpen. Europäisch vernetzt. Nachhaltig. Zukunftsorientiert.“
Im Herzen Europas gelegen, bildet der Alpenraum Europas Rückgrat: Als lebendiger Lebens- und Wirtschaftsraum, wertvoller Wasserspeicher und kultureller Hotspot. Als Land im Zentrum dieser Region trägt Bayern eine besondere Verantwortung. Mit der Übernahme der EUSALP-Präsidentschaft im Jahr 2026 bekennt sich Bayern zu dieser Rolle.

 

In English: Bavarian Presidency of the EU Strategy for the Alpine Region

Die EU-Alpenraumstrategie  

Die 2015 ins Leben gerufene EU-Alpenraumstrategie (EUSALP) ist eine der vier sog. Makroregionalen Strategien der Europäischen Union. Sie umfasst die sieben Alpenländer (die EU-Mitgliedsstaaten Österreich, Frankreich, Deutschland, Slowenien und Italien sowie die Nicht-EU-Mitgliedsstaaten Schweiz und Liechtenstein) und 48 Regionen in diesen Ländern mit mehr als 80 Millionen Einwohnern. Für Deutschland sind neben dem Bund die Länder Baden-Württemberg und Bayern beteiligt.

Ziel der Strategie ist es, die Zusammenarbeit im Alpenraum zu stärken, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und die Alpenregion nachhaltig zu entwickeln. Die Strategie konzentriert sich dabei auf drei Prioritätenfelder: (1) Wirtschaftswachstum und Innovation, (2) Mobilität und Konnektivität sowie (3) Umwelt und Energie.

Finanziert werden die Strategie sowie die von ihren Akteuren entwickelten Projekte größtenteils durch bestehende EU-Förderprogramme, allen voran dem Interreg B „Alpenraumprogramm“ (4Support EUSALP Projekt). 

Mehr zur Förderung von EUSALP durch das EU-Alpenraumprogramm unter: Externer Link: Mit einem Klick auf diesen Link verlassen Sie die Webseite www.bayern.de https://www.alpine-space.eu/projects/

  EUSALP Fakten

 

Oberstes Entscheidungsgremium der EUSALP ist die sog. Generalversammlung, die mindestens einmal jährlich zusammentritt und die großen politischen Leitlinien vorgibt. Sie setzt sich zusammen aus stimmberechtigten politischen Spitzenvertretern der beteiligten Staaten und Regionen sowie aus Vertretern der Europäischen Kommission, der Alpenkonvention, des Alpenraumprogrammes und des EUSALP Jugendrates als Beobachter ohne Stimmrecht. Die konkrete Umsetzung der Strategie erfolgt auf Fachebene durch thematische Aktionsgruppen und im Jugendbereich durch den Jugendrat. Ein sog. Executive Board bestehend aus Vertretern der EUSALP-Staaten und Regionen koordiniert und überwacht als fachliches Leitungsgremium die strategische Ausrichtung der EUSALP-Strategie, unterstützt durch das EUSALP-Sekretariat. Zentrale Veranstaltung und zugleich feierlicher Abschluss eines EUSALP-Jahres ist das EUSALP-Jahresforum als große Publikumsveranstaltung auf Einladung der Präsidentschaft und der Europäischen Kommission. Die Präsidentschaft wechselt jährlich zwischen den Mitgliedern der EUSALP.

Bayerische Präsidentschaft 2026

Bayern hat sich von Beginn an für den Erfolg der Strategie eingesetzt, war maßgeblich an ihrer Konzeption beteiligt und hatte bereits 2017 – als erste Region – die EUSALP-Präsidentschaft inne, welche es 2026 – zu Beginn der 2. EUSALP-Dekade – nun erneut übernimmt.

Priorität I: Wirtschaftskraft und Innovation

Die Alpenregion ist eine Region der Zukunft – mit Hightech, qualifiziertem Handwerk und klugen Köpfen. Um sein Potenzial als eines der führenden Innovationszentren Europas voll auszuschöpfen, tritt der Alpenraum nun in eine entscheidende Phase ein.

Die Vorbereitungen für den neuen EU-Haushalt (MFR 2028+) laufen. Wichtige EU-Gesetzgebungspakete wie z.B. der Green Deal werden derzeit überarbeitet. Beihilferegeln und neue Berichtspflichten stellen kleine und mittlere Unternehmen, Kommunen und die Landwirtschaft – auch im Alpenraum – zunehmend vor Herausforderungen. Bayern wird seine Präsidentschaft daher dazu nutzen, die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Alpinen Regionen weiter zu stärken.

Im Schulterschluss mit den EUSALP-Aktionsgruppen und weiteren relevanten Partnern bieten wir Plattformen und Formate an, um gemeinsam an praxisnahen Lösungen für die zentralen Herausforderungen des Alpenraums zu arbeiten – etwa in den Bereichen Mobilität, Digitalisierung und Energie.

Meilensteine 2026:

  • EUSALP Innovation Camp an der Hochschule Kempten: Innovation im ländlichen Raum mit Fokus auf junge Talente.

  • EUSALP Digitalkonferenz, EUSALP Mobilitätskonferenz und EUSALP Energiekonferenz mit Fachexperten, Wirtschaft und Politik – zur Vernetzung der Akteure.

  • EUSALP Energy Award: Auszeichnung zukunftsweisender Projekte nach Bewertung durch ein Expertengremium.

© Hochschule Kempten / Mathias Remmling

Hochschule Kempten – Schauplatz des EUSALP Innovation Camps. © Hochschule Kempten / Mathias Remmling

Priorität II: EUSALP im MFR 2028+

EU-Fördermittel bilden die wesentliche Grundlage für eine wirksame Zusammenarbeit im Alpenraum und in der EUSALP. Zusammen mit dem klaren Willen, grenzüberschreitende Herausforderungen gemeinsam zu meistern, ermöglichen sie der EUSALP ein entschlossenes und wirksames Handeln. Für eine effektive langfristige Planung benötigen der Alpenraum und die EUSALP daher einen stabilen und verlässlichen finanziellen Unterbau.

Unsere Ziele sind daher:

  • Eine starke Lobby für eine starke Kohäsionspolitik nach 2027, die auch die regionale Ebene vollständig und ehrlich einbezieht.
  • Erhalt und Ausbau der EUSALP-Förderlinien im neuen MFR.
  • Entbürokratisierung der EU-Projektförderung – Fokus auf Wirkung statt Verwaltung.

 

Die Finanzierung der EUSALP ist eng mit den EU-Strukturfonds, allen voran Interreg verknüpft. Im Zuge der MFR-Debatten für 2028+ drohen jedoch Kürzungen, da Mittel auf neu entstehende Prioritäten umgeschichtet werden.

Die Bayerische EUSALP-Präsidentschaft wird sich daher mit Nachdruck dafür einsetzen, eine solide und nachhaltige Finanzierung der EUSALP auch im zukünftigen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU sicherzustellen. Wir wollen politische Vertreter der EUSALP mit Vertretern der EU-Institutionen im Rahmen eines hochrangigen Events in der Bayerischen Vertretung in Brüssel zusammenbringen.

Meilensteine 2026:

  • EUSALP trifft Brüssel zum Thema MFR 2028+: Ein hochrangiges Event in der Bayerischen Vertretung in Brüssel soll führende politische Vertreter der EU und der EUSALP zusammenbringen.

  • Positionspapier zur nachhaltigen Einbettung der EUSALP-Finanzierung im nächsten Mehrjährigen EU-Finanzrahmen 2028+.

Das Institutsgebäude der Bayerischen Vertretung in Brüssel ©FKPH

Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU in Brüssel.

Priorität III: Den Alpenraum zusammenbringen

Der Alpenraum ist geprägt von zahlreichen Akteuren, die sich für den Schutz und die Weiterentwicklung dieses außergewöhnlichen und einzigartigen Lebens- und Wirtschaftsraums engagieren. 

Für das Jahr 2026 lädt die Bayerische EUSALP-Präsidentschaft herzlich dazu ein, die Kräfte der Alpenakteure zu bündeln. Ziel ist es, den inneren Zusammenhalt im Alpenraum weiter zu stärken und die Grundlage für eine gemeinsame Stimme sowie eine starke Außenwirkung des Alpenraums zu schaffen. Zugleich möchten wir jungen Menschen – der Stimme unserer alpinen Zukunft – eine sichtbare und bedeutende Rolle einräumen.

Mit der Präsidentschaft in der EUSALP 2026 – flankiert vom Vorsitz in der Konferenz der Europaminister (2026/27) und in der ArgeAlp (2026/27) – hat Bayern die einzigartige Chance, die Stimme der Regionen in Europa innerhalb der EUSALP und darüber hinaus zu bündeln.

Meilensteine 2026:

  • EUSALP meets ArgeAlp: Politische Top-Vertreter der beiden großen Alpenformate wollen wir zu einem informellen Abendgipfel zusammenzuführen.

  • EUSALP meets Alpine Space Programme: Gemeinsam mit den Akteuren des EU-Alpenraumprogrammes (ASP) arbeiten wir an einer gesunden Finanzstruktur der EUSALP.

  • EUSALP meets Alpine Youth: Wir begleiten die Jugend des Alpenraumes bei ihrem Weg durch das Jahr und laden sie zu einem Innovationscamp nach Bayern ein.

Hafen Lindau mit bayerischen Löwen und Neuem Leuchtturm. Der Leuchtturm ist der einzige in Bayern und der südlichste in Deutschland. © Alex Pusch

Lindau am Bodensee – Schauplatz von Generalversammlung und EUSALP-Jahresforum 2026. © Alex Pusch

Veranstaltungen 2026

29. Januar
Trio-Presidency-Meeting
Virtuelle Sitzung
Veranstalter: Präsidentschaft

4. bis 5. Februar
EB-Meeting / BAGL-Meeting / EB-BAGL-Meeting
München | Bayerische Staatskanzlei
Veranstalter: Präsidentschaft

4./5. März
EUSALP meets the European level: MFF 2028+ 
Brüssel | Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU
Veranstalter: Präsidentschaft

13. April
Trio-Presidency-Meeting
Virtuelle Sitzung
Veranstalter: Präsidentschaft

15. bis 16. April
EB-Meeting / BAGL-Meeting / EB-BAGL-Meeting
München | Bayerisches Staatsministerium f. Umwelt
Veranstalter: Präsidentschaft

6. bis 9. Juni
Empowering Alpine Excellence + Youth
Kempten | Hochschule (HS)
Veranstalter: HS/AG1+2/YC | Patronage: Präsidentschaft

8. Juni
Trio-Presidency-Meeting
Virtuelle Sitzung
Veranstalter: Präsidentschaft

10. bis 11. Juni
EB-Meeting
München | Bayerische Staatskanzlei
Veranstalter: Präsidentschaft

1. bis 2. Juli
EUSALP-Digital-Konferenz
Brüssel | tbd
Veranstalter: AG 5 | Patronage: Präsidentschaft

7. September
Trio-Presidency-Meeting
Virtuelle Sitzung
Veranstalter: Präsidentschaft

10. bis 11. September
EB-Meeting / BAGL-Meeting / EB-BAGL-Meeting
München | Bayerische Staatskanzlei
Veranstalter: Präsidentschaft

7. bis 8. Oktober
EUSALP-Mobilitäts-Konferenz
München | tbc
Veranstalter: AG 4 | Patronage: Präsidentschaft

21. / 22. Oktober
EUSALP-Energiekonferenz mit Preisverleihung
Lindau | Inselhalle
Veranstalter: AG 9 | Patronage: Präsidentschaft

21. bis 22. Oktober
EUSALP Jahresforum
Lindau | Inselhalle
Veranstalter: Präsidentschaft

22. Oktober
EUSALP Generalversammlung
Lindau | Inselhalle
Veranstalter: Präsidentschaft

22. Oktober
EUSALP meets ArgeAlp
Bodensee | tbd
Co-Veranstalter: Präsidentschaft und Vorarlberg